Ausstellung

Be a Happy Worker: Work-to-Rule!


Helmut & Johanna Kandl, "Your Way to the Top", 2001-2006

Eröffnung: Donnerstag, 26.Juni 2008, um 20.00 Uhr

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Beteiligte KünstlerInnen
Zbynek Baladran | Tanja Dabo | REINIGUNGSGESELLSCHAFT & Miklos Erhardt | Igor Grubic | Sanja Ivekovic | Helmut & Johanna Kandl | Kristina Leko | Pavel Mrkus | Societe Realiste

Curators: Ivana Bago & Antonia Majaca / Non-Alligned CF

Laut Wikipedia ist Dienst nach Vorschrift [work-to-rule] eine Form des Ausstands, bei der die Angestellten nicht mehr als das in den Bestimmungen festgelegte Minimum verrichten. Während man noch immer den Sicherheits- und anderen Bestimmungen Folge leistet, ist Dienst nach Vorschrift gleichzeitig eine vorsätzliche Verlangsamung des Produktionsprozesses und somit eine Form des Protests. Diese Handlungsweise, die auch als Bummelstreik bekannt ist, verlangsamt schlicht und einfach die Produktion. Ihr Schaden ist geringer als der, den ein Streik anrichtet und die Gefahr von Disziplinarmaßnahmen ist nicht so groß, da ja die Bestimmungen grundsätzlich befolgt werden.

Zusammen mit seiner Anspielung auf die Notwendigkeit einer ganz allgemeinen Verlangsamung und die Frage nach der Existenz eines „Überschusses an Arbeitskräften“ leitet sich der Titel der Ausstellung ursprünglich von einer möglichen Fehlinterpretation des Begriffs „work-to-rule“ her. In der gegenwärtigen Matrix eines vorangeschrittenen neoliberalen Kapitalismus ließe sich der Titel – in Analogie zu „work to dominate“ oder „work to succeed“ und als Verweis auf für den Spätkapitalismus ganz typische Modelle der Subjektivität und Flexibilität – durchaus auch in einem affirmativen Sinne lesen.

Die Ausstellung Be a Happy Worker: Work-to-Rule! berücksichtigt einerseits ganz unterschiedliche Perspektiven und Konzepte der Arbeit/Werktätigkeit, der „Verlangsamung“ der Arbeit, der Arbeits- und Lebensqualität unter vergangenen und aktuellen Arbeitsbedingungen sowie der globalen Arbeitsteilung und liefert kreative Denkansätze zum Thema industrielle und postindustrielle Arbeit.
Andererseits spricht die Ausstellung die Sehnsucht nach einer Zeit an, in der man noch an den industriellen Fortschritt geglaubt hat – jedoch im Lichte des Schicksals der ArbeiterInnen nach den Umbrüchen und der Liquidierung unzähliger Fabriken in Osteuropa. Darüber hinaus werden in der Ausstellung Arbeiten von KünstlerInnen aus diesem Raum gezeigt, die sich mit den politischen und sozialen Aspekten der noch gar nicht lange zurückliegenden Umbrüche im Zeitalter des zügellosen Kapitalismus in Osteuropa und der Verherrlichung des Westens als Gelobtes Land der unbegrenzten unternehmerischen Möglichkeiten beschäftigen. Ebenso werden die permanent aktuellen Themen Trennung von Männer- bzw. Frauenarbeit, die „Unsichtbarkeit“ der Frauenarbeit sowie die immer komplexer werdende Verflechtung von Arbeit und Freizeit angesprochen. Im Versuch aus der Sicht eines „Neuen Europas“ verschiedene Perspektiven und künstlerische Strategien zu entwerfen sowie deren ganz heterogene Zugänge zu diesem komplexen Thema unter einen Hut zu bringen, reflektiert Be a Happy Worker: Work-to-Rule! die Geschichte der Arbeit, Aspekte des Wandels der Arbeitsbedingungen der Vergangenheit sowie eine Fülle an Themen rund um die immaterielle Arbeit, die uns heute alle etwas angeht.

Dauer der Ausstellung: 27.6.2008 - 20.7.2008
Öffnungszeiten: DI - FR, 12:00 - 19:00, SA, 11:00 - 13:00
Adresse: g-mk | galerija miroslav kraljevic, Subiceva 29, 10000 Zagreb, Kroatien

Weiter Informationen unter: www.g-mk.hr