
Jiří Černický,
"VAZBY / BINDS", 2005-2006
Eröffnung: Mittwoch, 5.März 2008, um 18.00 Uhr
>> Fotos von der Eröffnung & Installationsansichten
Künstlergespräch: Donnerstag, 11.März 2008, um 16 Uhr
Sieht man sich das Schaffen von Jiří Černický von Mitte der Neunzigerjahre bis zur Gegenwart an, offenbart sich eine klare Linie von Werken, die die Aufmerksamkeit des Publikums durch ihre beinah ikonische Kraft auf sich ziehen. Unter diesen Werken findet sich das Objekt "Heroin Crystal" (1996), das über das Aufkommen gesellschaftlicher Krankheitssymptome im Umfeld der post-totalitären Tschechischen Republik nachsinnt, das Gesamtkunstwerk "The First Mass Produced Schizophrenia" (1998) – eine Allegorie tiefer ökonomischer und kultureller Widersprüche innerhalb der Globalgesellschaft – sowie "Bin Ladin Lamp" (1999-2000), eine Reihe von psychedelischen Gemälden, die die Eskalation des islamistischen Terrors vorwegnahmen. Dies gilt auch für die Installation "SONY Garden" (2002), ein paradoxes Haiku, das einen Konflikt zwischen traditionellen Werten und der rasanten technologischen Entwicklung widerspiegelt, und das Video "The Invisible" (2005), das die schmerzliche Krise westlicher Integrationsmodelle dokumentiert.
Die Eindringlichkeit all dieser Projekte beruht auf einer einzigartigen Mischung
aus sozialem Wahrnehmungsvermögen, visueller Aneignung von Symbolen und
rhizomatischer Erzählstruktur. Černický
formt die Struktur seiner Kunstwerke zu einem gewissen Grade unbewusst, umreißt
in aller Ruhe das Thema und webt ein Netz aus Verknüpfungen um dieses herum.
Das führt zu vielschichtigen Untersuchungen, in denen semidokumentarische
Grundsätze eine Verbindung mit Designerformen eingehen. In der Tat produziert
Černický Gegenstände, grafische
Zeichen und visuelle Botschaften, die eine praktische Funktion simulieren, um
ein Gefühl der Verunsicherung hinsichtlich ihrer Zuordnung zu verstärken.
Wachsamkeit gegenüber diesen ambivalenten Gegenständen wirft nicht
nur Fragen in Verbindung mit den Themen Wahrnehmung und Interpretation auf sondern
beschwört auch in einem gewissen Sinne eine neue Diskurssituation an der
Schwelle von Mythos und Wirklichkeit herauf.
Dauer der Ausstellung: 6.3.2008 - 19.4.2008
Öffnungszeiten: MO - FR, 10:00 - 13:00, 14.00 - 20:00,
SA, 10:00 - 14:00
Adresse: Emil Filla Gallery, Velká Hradební str.
19, 400 01 Ústí nad Labem, Czech Republic
Weiter Informationen unter: www.gef.cz