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Künstlerin: Sanja Iveković (Zagreb)
Abgebildetes Werk: „Rastavljena“ (1982–2007)
Text von Suzana Kunac (B.a.b.e., Zagreb) [DE] [EN] [TR] [HR] [SI] [HU] [CZ]

Hartnäckige Klischees / Arbeit an Veränderungen

Kroatische Medienmacher sprechen der Frau immer geringeren Stellenwert zu; sie reduzieren sie auf ihre reproduktive Funktion und ihr Aussehen, indem sie weibliche Schönheit und Hausfrauendasein idealisieren. Von den Medien wird das Frauenbild über Darstellungen des Körpers verbreitet - als Mutter oder als Sexobjekt. Die tatsächlichen Erfahrungen der Frau, deren Wertvorstellungen und beruflicher Erfolg, bleiben für das Medienpublikum unsichtbar. Solch eine stereotype Darstellung in der Werbung und in den Medien verletzt nicht nur die Menschenwürde von Frauen und Männern, sondern auch die Umsetzung des Gleichheitsgrundsatzes, oder in anderen Worten, gleicher Möglichkeiten im Privatleben und in der Öffentlichkeit. Mehr als zehn Jahre beharrliches feministisches Gegenwirken, Bewusstseinsbildung und Lernen, die Diskriminierung der Frau in den Medien nicht zu akzeptieren, haben allmählich die verhärteten Wertvorstellungen der Gesellschaft verändert.

Die Frauen haben das „ewige Schweigen” gebrochen und wirken nun sowohl im institutionellen Rahmen als auch in privater Initiative.

Im institutionellen Bereich haben sie die Gründung des Kuratoriums für Medien (2006) erkämpft und damit erreicht, dass der Staat erstmalig Medieninhalte zur Förderung der Gleichheit unter den Geschlechtern (Juli 2007) finanziert. „Der Staat ist in Bezug auf die Frage der Verletzung der Menschenrechte verpflichtet zu intervenieren, sowie die Gleichheit aller Bürger eines Staates in allen Bereichen zu sichern, so auch in den Medien. Solange allgemeine Ignoranz besteht und in den Medien patriarchale und sexistische Stereotypen überwiegen, ist der Staat verpflichtet, sowohl per Gesetz als auch durch so genannte affirmative Aktionen oder positive Diskriminierung zu reagieren” (Snježana Matejčić, Vorständin des Kuratoriums für Medien, Juli 2007)

Bei genauer Betrachtung sind sich 75 Prozent der Frauen in Kroatien dessen bewusst, dass die Frauen in den Medien meistens als Schönheiten aus der Glamourwelt gezeigt werden oder als jung, schön, attraktiv. Sie sagen aber auch, dass ihnen dieses Frauenbild nicht gefällt!
Es ist offensichtlich, dass die Mehrheit der Frauen – der klar ist, dass die Medien Frauen hauptsächlich auf eine vulgäre und erniedrigende Weise zeigen, auf Verbrauchsware reduzieren und als Sexualobjekte darstellen, und somit eine stereotype Auffassung des Verhältnisses zwischen Männern und Frauen festigen – durch ihre immer lauter werdenden Forderungen, einen Beitrag zur Veränderung leistet. Immer mehr Frauen fordern von jenen, die für dieses perpetuum mobile des Patriarchats verantwortlich sind – den Redakteuren und Medieneigentümern –, dass sie die Rolle der Frau, die sie in den Medien und in der Werbung verbreiten, neu definieren.

Obwohl es bis zur gleichberechtigten Darstellung von Männern und Frauen in den Medien noch ein weiter Weg ist, haben die Frauen in Kroatien gezeigt, dass sie die Macht und die Fähigkeit besitzen, Einfluss zu nehmen und Veränderungen gesellschaftlicher Werte durchzusetzen, damit ihnen Meinungsfreiheit und eine aktive Rolle im öffentlichen Leben nicht verwehrt bleibt.