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Künstlerin: Isa Rosenberger (Wien)
Abgebildetes Werk: „Jede hat das Recht auf Arbeit ...“ (2007)
In Zusammenarbeit mit Snježana Čalija, Immaculée Mukankuranga, Yanjindulam Densmaa, Paula Rios, Rafia Bigzadeh, Amita Lugger, Gülay Aslan and Melek Eş (fotografiert am Hauptplatz der UNO City Wien)
Texte von acht Frauen aus Wien [DE] [EN] [TR] [HR] [SI] [HU] [CZ]

Jede hat das Recht auf Arbeit ...

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Artikel 23

1. Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.

2. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

3. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergنnzt durch andere soziale Schutzmaكnahmen.

4. Jeder hat das Recht, zum Schutz seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

Snježana Čalija: Unsere Ausbildung und Berufserfahrung wird sehr selten anerkannt. Migrantinnen sind in den am schlechtesten bezahlten und arbeitsintensivsten Segmenten zu finden. Wir leben mehrheitlich unter schlechteren Lebensbedingungen als inländische Frauen. Dafür sind gesetzliche und gesellschaftliche Strukturen verantwortlich.

Immaculée Mukankuranga: Ich bin zwar Afrikanerin, habe aber genauso rotes Blut, wie jeder andere Mensch auf dieser Welt. Das sage ich deshalb, weil ich hier in Österreich andere Erfahrungen gemacht habe. Obwohl ich meine Matura bestanden habe und gerade mein Studium der Ernährungswissenschaften in Wien abschließe, werde ich oft wie eine Analphabetin behandelt! Mein Abschlusszeugnis wurde nicht anerkannt und das einzige Angebot des Arbeitsmarktes war eine Stelle als Reinigungskraft – und für diese Arbeit habe ich starke Nerven gebraucht!

Yanjindulam Densmaa: Eine Sprache lernen heißt nicht nur sprechen, sondern auch ´schreiben´ lernen. Das bedeutet Weiterbildung – und noch einmal Weiterbildung. Bildung ist das Fundament für den Zugang zum Arbeitsmarkt – und der ist der Einstieg in die Gesellschaft.

Paula Rios: Als zweite Generation chilenisches Flüchtlingskind in Wien aufgewachsen und mit 14 Jahren 1987 mit dem Journalistenvater nach Spanien mitgezogen (Doppelmigration) trage ich seit damals die Hoffnung einer besseren Welt und die Trauer staatenlos/ heimatlos zu sein, im Herzen. Ich habe gelernt zwischen den Kulturen zu leben - um mich in allen Kulturen heimisch zu fühlen. Die Stigmatisierung als Frau aus Lateinamerika (beispielsweise) zu kommen, erschwert - und erleichtert manchmal - die Integration in Österreich, aber
macht es fast unmöglich sich vorurteilslos selbst zu entfalten.

Rafia Bigzadeh: Ich komme aus Afghanistan und habe in der Türkei ein Kunststudium absolviert. Vor 16 Jahren bin ich als Flüchtling nach Österreich gekommen. Als meine Kinder noch klein waren, musste ich jeden Job annehmen; unter anderem habe ich drei Jahre in einer Küche gearbeitet. In den vergangenen 16 Jahren habe ich als Flüchtling viele Probleme bewältigen müssen und habe in ehrenamtlicher Tätigkeit viele Erfahrungen gesammelt. Ich träume davon, dass ich meine Erfahrungen entweder im Sozialbereich oder als Künstlerin weitergeben kann, aber das scheint unmöglich zu sein und das frustriert mich sehr.

Amita Lugger: Es war für mich nicht einfach in Österreich. Mein an einer indischen Universität erworbenes Musikdiplom wurde in Österreich nicht anerkannt. Da ich in Indien einen Reisebürokurs absolviert hatte, konnte ich in Österreich zumindest in einem Reisebüro arbeiten, aber viel lieber würde ich, meiner Qualifikation entsprechend, als Musiklehrerin arbeiten.

Gülay Aslan: Hausfrauen werden in unserer Gesellschaft nicht anerkannt. Vor allem Mütter, die im Haushalt sehr viel Arbeit leisten müssen, werden nicht geschätzt. Wenn Frauen im Haushalt keine direkte finanzielle Unterstützung bekommen, haben sie nur minimale Rechte gegenüber ihren Ehegatten.

Melek Eş: 1. Für ein Visum muss man ein Einkommen nachweisen
2. Um zu arbeiten, muss man ein Visum nachweisen
3. Um Anspruch auf eine Wohnung zu bekommen, muss man ein bestimmtes Gehalt vorweisen
4. Um bei einer Firma, ja sogar bei Reinigungs-Firmen, Arbeit zu bekommen, muss man die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrschen.
5. Wenn die zugewanderte Person diesen ganzen Prozess überstanden hat, dann ist endlich Zeit für Integration und Anpassung
6. Zur Überwindung all dieser Hürden braucht man Zugang zum Arbeitsmarkt!