Ausstellung

MONSTER_Menschen. Mörder. Machtmaschinen


Katarzyna Kozyra, The Midget Gallery, 2006

Eröffnung: Mittwoch, 5.November 2008, um 20.00 Uhr
>> Film und Live-Vertonung: Der müde Tod, Mittwoch 14. Jänner 2009, um 20.00 Uhr
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>> Text MONSTER_Menschen. Mörder. Machtmaschinen

Beteiligte KünstlerInnen:
bankleer (Karin Kasböck und Christoph Leitner), Berlin | Beobachter der Bediener von Maschinen (Olaf Arndt, Janneke Schönenbach), Berlin | Farida Heuck, Berlin | Rafal Jakubowicz, Poznan, Polen | Šejla Kameric, Sarajevo, Bosnien und Herzegowina | Katarzyna Kozyra, Warschau, Polen | Martin Krenn, Wien, Österreich | Kurt & Plasto, Sarajevo, Bosnien und Herzegowina | Rupprecht Matthies, Hamburg | Personal Cinema, Athen, Griechenland | Tadej Pogacar, Ljubljana, Slowenien | Joanna Rajkowska, Warschau, Polen | Rebond pour La Commune, Paris, Frankreich | Rimini Protokoll, Berlin | San Donato (Oleg Blyablyas, Alexey Chebykin, Evgeny Umansky), Kaliningrad, Rußland | Janek Simon, Warschau, Polen | Evgeny Umansky, Kaliningrad, Rußland | Martin Zet, Libusin, Tschechische Republik
unter Beteiligung von Berufsschülern im Rahmen der SEBIT

»monstra sunt in genere humano«
(»Monster sind Teil des Menschengeschlechts«, Augustinus)

Monster spuken seit Menschengedenken durch unsere Vorstellungen. Aufklärung, Rationalisierung und Verwissenschaftlichung haben fiktiven wie "realen" Monstern - seien es Ungeheuer oder missgebildete Menschen - zwar ihren Schauer genommen. Doch zeigen ästhetisierte Formen wie Horror-, Vampir- oder Splatterfilme die ungebrochene Faszination am Monster. Vordergründig ist es verschwunden - nur um in neuen Formen wieder aufzutauchen. Heute gibt es viele Monster, auch wenn sie nicht immer so heißen. Der Begriff des Monsters, mit all seinen Spielarten des Monströsen, ist fast beliebig geworden und wird immer dann verwendet, wenn es um Exklusionsbewegungen geht, um Ausschlüsse, wenn es zu extremer Aus- und Abgrenzung kommt. Durch diese Konstruktionen des Anderen, des Nicht-Mehr-Menschlichen erschafft sich der Mensch seine eigene Identität. Monster sind Gegenbilder des Menschen und seiner Verhältnisse. Ohne Monster lässt sich der Mensch nicht denken, denn diese Gegenbilder geben einem Negativ gleich immer auch Aufschluss über das Selbstverständnis des Menschen. So kennzeichnet das Monster die Grenzen des Menschlichen, und damit wird die Beschäftigung mit ihm hochbrisant und notwendig. Menschenrechte können durch die Figur des Monsters als politische und kulturelle Leistung der europäischen bürgerlichen Moderne begriffen werden, die selbst aus der Differenz zum Nicht-Menschlichen entstanden sind. Dabei geht es nicht darum, durch die explizite Verwendung des Begriffes "Monster" selbst Zuweisungen vorzunehmen, sondern darum bestehende "Monster" in Form von faktischen Mechanismen extremer Aus- und Abgrenzung zu identifizieren und ihre jeweilige Funktion zu erkennen.

Dauer der Ausstellung: 6.11.2008 - 17.1.2008
Öffnungszeiten: DI - FR, 16:00 - 20:00, SA, 14:00 - 18:00
Adresse: Motorenhalle, Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden, Deutschland

Weiter Informationen unter: www.motorenhalle.de