
Katarzyna Kozyra, The Midget Gallery, 2006
Eröffnung: Mittwoch, 5.November 2008, um 20.00 Uhr
>> Film und Live-Vertonung:
Der müde Tod, Mittwoch 14. Jänner 2009, um 20.00 Uhr
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>> Fotos von der Ausstellung
>> MONSTER_Menschen.
Mörder. Machtmaschinen Zeitung (pdf)
>> Text MONSTER_Menschen.
Mörder. Machtmaschinen
»monstra sunt in genere humano«
(»Monster sind Teil des Menschengeschlechts«, Augustinus)
Monster spuken seit Menschengedenken durch unsere Vorstellungen. Aufklärung,
Rationalisierung und Verwissenschaftlichung haben fiktiven wie "realen"
Monstern - seien es Ungeheuer oder missgebildete Menschen - zwar ihren Schauer
genommen. Doch zeigen ästhetisierte Formen wie Horror-, Vampir- oder Splatterfilme
die ungebrochene Faszination am Monster. Vordergründig ist es verschwunden
- nur um in neuen Formen wieder aufzutauchen. Heute gibt es viele Monster, auch
wenn sie nicht immer so heißen. Der Begriff des Monsters, mit all seinen
Spielarten des Monströsen, ist fast beliebig geworden und wird immer dann
verwendet, wenn es um Exklusionsbewegungen geht, um Ausschlüsse, wenn es
zu extremer Aus- und Abgrenzung kommt. Durch diese Konstruktionen des Anderen,
des Nicht-Mehr-Menschlichen erschafft sich der Mensch seine eigene Identität.
Monster sind Gegenbilder des Menschen und seiner Verhältnisse. Ohne Monster
lässt sich der Mensch nicht denken, denn diese Gegenbilder geben einem
Negativ gleich immer auch Aufschluss über das Selbstverständnis des
Menschen. So kennzeichnet das Monster die Grenzen des Menschlichen, und damit
wird die Beschäftigung mit ihm hochbrisant und notwendig. Menschenrechte
können durch die Figur des Monsters als politische und kulturelle Leistung
der europäischen bürgerlichen Moderne begriffen werden, die selbst
aus der Differenz zum Nicht-Menschlichen entstanden sind. Dabei geht es nicht
darum, durch die explizite Verwendung des Begriffes "Monster" selbst
Zuweisungen vorzunehmen, sondern darum bestehende "Monster" in Form
von faktischen Mechanismen extremer Aus- und Abgrenzung zu identifizieren und
ihre jeweilige Funktion zu erkennen.
Dauer der Ausstellung: 6.11.2008 - 17.1.2008
Öffnungszeiten: DI - FR, 16:00 - 20:00, SA, 14:00 - 18:00
Adresse: Motorenhalle, Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden,
Deutschland
Weiter Informationen unter: www.motorenhalle.de