Ausstellung

V a c u u m N o i s e


Chen Chieh-jen, "Factory", 2003

Eröffnung: Donnerstag, 5.Februar 2009, um 19.00 Uhr
Eröffnungsrede: G. M. Tamás

>> 4 Filme von Harun Farocki: Dienstag 17. März und Mittwoch, 18.März 2009, 18 Uhr
Präsentation der Filme im Cinema KINO in Budapest

Beteiligte KünstlerInnen:
Doa ALY, CHEN Chieh-jen, István CSÁKÁNY, Harun FAROCKI, Isa ROSENBERGER, Artur ŻMIJEWSKI

Ist die Arbeiterklasse in den Himmel gekommen?
Zwanzig Jahre nach der Wende zur Demokratie in Osteuropa ist der globale Kapitalismus weder Verheißung noch Schreckgespenst mehr, sondern alltägliche Realität. Als Folge der Krise hört man tagein tagaus von Fabriken, die schließen, Entlassungen und Stellenabbau: Der ansonsten viel langsamere Prozess, in dessen Rahmen Firmen ihre Standorte in Länder verlagern, die billigere Arbeitskräfte und Rohstoffe zu bieten haben, hat sich dramatisch beschleunigt und die Motive dahinter noch deutlicher offenbart.

Der Verlust eines Arbeitsplatzes zieht nicht nur den Verlust relativer finanzieller Sicherheit nach sich sondern auch den einer persönlichen Sicherheit, die von sozialer Anerkennung und Selbstachtung genährt wird. Das ist dann der Zeitpunkt, an dem in gnadenloser aber nur zu gut verständlicher Art und Weise für einen Augenblick der Arbeiter sichtbar wird, Teil weiter gefasster politischer und sozialer Diskurse.

Insofern, als nicht rein veranschaulichende Kunst Sensibilität gegenüber dem sozialen Konstrukt, der sie angehört, zeigt, muss sie sich von Zeit zu Zeit der Herausforderung stellen, den Arbeiter in Szene zu setzen – und wir dürfen eines nicht vergessen: Da geht es auch um die Lösung ihrer eigenen Identitätskrise. Folglich sinniert sie ernsthaft über das Problem der Darstellung des Menschen, der als Arbeiter an sich keine Kontrolle über seine Arbeit hat; das heißt nicht einzig und allein als Teil des Arbeitsprozesses oder nur als aus dem Arbeitskontext entnommenes Individuum. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Aufgabe die Definition der Rolle des Künstlers selbst unvermeidlich macht.

Dauer der Ausstellung: 6.2.2009 – 29.3.2009
Öffnungszeiten: MO – FR, 14:00 – 20:00, SA – SO, 17:00 – 20:00
Adresse: Trafó Gallery (Trafó – House of Contemporary arts), Liliom str. 41, 1094 Budapest

Weiter Informationen unter: www.trafo.hu