Eröffnung: Mittwoch, 29.Oktober 2008, um
19.00 Uhr
Während ihres Aufenthalts in Budapest voriges Jahr war die polnische Künstlerin Joanna Rajkowska, eine Künstlerin mit ausgeprägter Sensibilität für soziale Konflikte, ganz besonders von der Art und Weise bewegt, wie das Fehlen eines sozialen Konsenses in Ungarn eine Fülle von instabilen und höchst anfälligen Visionen zutage bringt, die permanent in Widerstreit miteinander liegen. Das macht es so schwierig, die Frage zu beantworten, was für ein Land sich damit in Verbindung bringen lässt.
Das von ihren eigenen Erfahrungen inspirierte Projekt „Airways“ ist ein Experiment, das der ungarischen Gesellschaft aus der ungewohnten und zudem ausgesprochen artifiziellen Perspektive einer ausländischen Künstlerin, die auch das Prinzip künstlerischer Freiheit voll ausschöpft, vor Augen führen sollte, wie sie zusehends entlang immer weiter auseinander strebender Verwerfungslinien zersplittert.
Für ihr Projekt in Budapest hat sie eine so genannte „Flightseeing-Tour“
organisiert. Sie hat einerseits die VertreterInnen solcher Gruppen eingeladen,
die den sozialen Raum radikal einengen möchten, – im Interesse des
ungarischen Volkes und der öffentlichen Ordnung – und anderseits
in Ungarn ansässige AusländerInnen sowie VertreterInnen von Minderheiten
und Randgruppen, die, obwohl sie der ungarischen Gesellschaft eigentlich angehören,
oftmals ausgestoßen werden. Während ihres Fluges wurde die Zwischenwelt
des Flugzeugs – angesiedelt im Grenzbereich zwischen dem Realen und dem
Imaginären – ein Äquivalent für den sozialen Raum, in dem
die Gruppenidentität, die ja in der Realität einen prägenden
Hintergrund bildet, aufgehoben werden konnte und alles vom tatsächlichen
Einvernehmen unter den beteiligten Personen abhing.
Dauer der Ausstellung: 30.10.2008 – 30.11.2008
Öffnungszeiten: MO – FR, 14:00 – 20:00, SA
– SO, 17:00 – 20:00
Adresse: Trafó Gallery (Trafó – House of
Contemporary arts), Liliom str. 41, 1094 Budapest
Weiter Informationen unter: www.trafo.hu